Oberlandzeltlager 2009
Zum 18. Mal
in Folge lud die Arbeitsgemeinschaft Oberland der Katholischen
Landjugendbewegung zum traditionellen Zeltlager in die Fränkische Schweiz ein.
Kinder aus den allen Oberlandpfarreien zwischen neun und 13 Jahren begaben sich
zusammen mit ihren Gruppenleitern nach Waischenfeld, um eine Woche viele
Abenteuer mit berühmten Titelhelden zu erleben. Unter dem Motto „Wie das Nashorn
seine Runzeln bekam – Mit Kalle und Co auf Abenteuerreise“ stand bekannte
Kinderliteratur dieses Jahr im Mittelpunkt.

Zur Einstimmung auf das Thema konnten die Kinder
eigenhändig ein Buch binden und dieses mit Feder, Tinte und Buchstabendruck
verzieren. Damit die kleinen Leseratten im mitgebrachten Lieblingsbuch nicht
„den Faden verloren“, wurden Bücherwürmer und Lesezeichen angefertigt.
„Zauberhaft“ ging es weiter mit dem Fantasytag. À la Harry Potter wurde eine
Quidditch-Meisterschaft veranstaltet. Wie im Original spielten die Mannschaften
der vier Hogwarts-Häuser gegeneinander. Um allerdings zum Spielfeld zu gelangen,
mussten die Spieler zunächst den Portschlüssel finden. Auf der abenteuerlichen
Suche galt es, Rätsel in Gollums Höhle zu lösen, dem Zauber der Eishexe zu
entkommen oder die Prüfung des Zauberers zu bestehen. Mit dem gefunden
Portschlüssel stand jedoch dem spektakulären Spiel um Schnatz, den begehrten
goldenen Ball, nichts mehr im Wege. Nach der Siegerehrung konnten die Teilnehmer
den Tag mit vorgelesen Geschichten bei Kerzenschein ausklingen lassen. Turbulent
wurde es auch am Grusel- und Abenteuertag mit Schwimmbadbesuch. Zum Höhepunkt
wurde die anschließende Nachwanderung bei Mondschein durch den Wald. Dies bot
die passende Kulisse für die Gruselgeschichte.

Da jeder Tag
einem anderen Genre gewidmet war, durfte auch die Kategorie Comic nicht fehlen.
So wurde beispielsweise ein Tag lang nur in Comicsprache gesprochen. Davon
ausgenommen war allerdings die Zeit des Zeltlagergottesdienstes mit Pfarrer
Alexander Gießen. Auch hier drehte es sich entsprechend dem Zeltlagerthema um
das Buch der Bücher, die Bibel. Dabei vermittelten sich die Kinder untereinander
mit einem selbst kreierten Szenenspiel, wie die Bibel entstanden ist und
erstellten darüber hinaus mit persönlichen Geschichten des Lagers eine eigene
Zeltlagerbibel.
Auch
ein Tagebuch, in dem die Kinder gemeinsam das Erlebte niederschreiben konnten,
wurde verfasst. Dazu gehören natürlich die alltäglichen Aufgaben wie Spülen,
Toilettenreinigung und Holzsammeln. Am letzten Abend wurden am Lagerfeuer die
Einträge vorgetragen und alle konnten die Woche Revue passieren lassen. Dabei
erinnerte sich jeder auch an den Krimitag. Wie in Erich Kästners „Emil und die
Detektive“ musste ein Diebesgut zurückgebracht werden. Die Hefe für das
obligatorische Stockbrot am Lagerfeuer war gestohlen worden. Nach einer kleinen
Ausbildung in Spuren- und Geheimschriftlesen sowie Zahlencodes entschlüsseln,
waren die 50 kleinen Detektive ausgerüstet, um den Täter mithilfe kleiner
Indizien zu stellen, sodass das Stockbrot schließlich doch noch am Lagerfeuer
gebacken werden konnte.

Nach einer
ereignisreichen Woche in Natur und Gemeinschaft brachen die großen und kleinen
Abenteurer ihre Zelte wieder ab, um zu Hause, das nächste Buch zu Ende zu lesen.
Agnes Carlé