Ein paar Gedanken zum „Versöhnungsfest“
Hintergrund
dieses Festes ist die Geschichte, die uns Jesus einmal erzählt hat: Ein Hirte,
der ein Schaf verloren hatte, lässt alle anderen zurück und sucht das eine, weil
ihm jedes einzelne wichtig und wertvoll ist. Nachdem er es gefunden und
zurückgetragen hat, trommelt er seine Nachbar zusammen und fordert sie auf, sich
mit ihm zu freuen.
Kurz vor
ihrer Erstkommunion haben 22 Kinder nicht nur an diese Erzählung gedacht und sie
nachgespielt. Sie durften am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, dass Gott
sie liebt, dass sie ihm wichtig sind und dass alle sich freuen können, wenn man
wieder in Eintracht und versöhnt beieinander ist:
Nach einem gemeinsamen Lied wurde in der Mitte eine
große Wiese gestaltet mit vielen Schafen und einem Hirten darauf. Die Kinder
überlegten miteinander, was die Gemeinschaft stören könnte und schon bald waren
alle Schafe (Hier unterscheidet sich das Erlebete von der überlieferten
Geschichte) verstreut und einsam in den dunklen Bergen, die rund um die Wiese
lagen. Schnell wurde den Kindern klar, dass mit den Schafen eigentlich sie
selber gemeint waren und auch sie manchmal die Gemeinschaft stören (und
zerstören). Doch es gibt einen Ausweg: Die Schafe müssen nicht einsam und
verstört durch die Berge ziehen, genauso wenig müssen die Kinder durch ihre
Schuld dauerhaft von der Gemeinschaft getrennt sein. Denn der Hirte macht sich
auf um die Schafe zurückzuholen und Gott bietet uns das Sakrament der Versöhnung
(Buße) an.

Anschließend
gingen die Kinder mit dem Pfarrer ins Pfarrhaus und im Besprechungszimmer fand
zum ersten mal ein Beichtgespräch statt. Die Kommunionkinder konnten zu zweit
ins Zimmer. Und wieder einmal bestätigte sich unser Eindruck bei der Beichte der
Kinder: Es ist alles halb so schlimm, die Kinder haben sogar Gefallen daran
gefunden und waren auf jeden Fall alle sehr erleichtert und froh nach diesem
Gespräch.
In dieser
Stimmung ging es nun wieder ins Pfarrheim zurück. Dort fand das Fest seine
Fortsetzung. Die Gruppenleiter der Kommunionkinder hatten für alle Gäste Plätze,
Speisen und Getränke organisiert. Und so wurde nach biblischem Vorbild das
Wiederfinden, das Zurückkommen, und das Versöhnen gefeiert. Insgesamt waren etwa
70 Personen anwesend: Geschwister, Eltern, Großeltern, Paten..... Der Pfarrsaal
atmete ein fröhliche und befreite Atmosphäre aus.
Klaus Oberkofler