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1000 Jahre Bistum BambergEine Geschichte mit Höhen und Tiefen
Immer wieder in der tausendjährigen Geschichte des Bistums Bamberg mussten die Bischöfe gestalten, sahen sie sich mit ständig neuen Herausforderungen konfrontiert, waren vor große Probleme gestellt. Dies wurde deutlich in dem Vortrag, den Prof. Dr. Günter Dippold im Rahmen des Bistumsjubiläums im Pfarrsaal der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael in Stadtsteinach gehalten hat, ein Vortrag, in dem die interessierten Zuhörer einen hervorragenden Überblick über die wechselvolle Geschichte eines der jüngsten deutschen Bistümer erhielten. So legte Professor Dippold zunächst die Motive Heinrichs II. für die Gründung des Bistums dar, ging anschließend der Frage nach, wie es gegründet und mit welchem Besitz es ausgestattet wurde, und schilderte schließlich mit vielen interessanten Details Tiefpunkte und Glanzzeiten in dessen Geschichte. Die Zuhörer erfuhren, dass sich erst im Laufe der Jahrhunderte aus den verstreuten Besitzungen ein geschlossenes Herrschaftsgebiet entwickelte, hörten von dem großen Bruch, den die Reformation in der Bamberger Kirchengeschichte bedeutete, als die Diözese mehr als die Hälfte der Pfarreien verlor, sie erlebten mit, wie „die blühende Frömmigkeit der Eliten wie des Volkes seit dem späten 17. Jahrhundert“ - nach der Vernarbung der Wunden des Dreißigjährigen Krieges - „ihren sichtbaren Ausdruck in zahllosen Kirchenneubauten, in einer Unmenge neuer Altäre, in Marterln und Bildstöcken in der Flur fand“. Sie bekamen weiterhin einen Eindruck von dem tiefsten Einschnitt in der Bistumsgeschichte, von der Aufklärung mit der Säkularisation im Jahre 1803, die einen grundlegenden Wandel der Gegebenheiten des kirchlichen Lebens in nur wenigen Monaten mit sich brachte. Einschneidenden Veränderungen sind wir auch heute ausgesetzt, wie Professor Dippold erläuterte, als er mit seinem Vortrag in der Gegenwart angekommen war. Denn die Umwälzungen in der pastoralen Struktur der Erzdiözese, die Frage nach der Rolle der Laien, die Aufhebung der Theologischen Fakultät seien neben anderen Veränderungen deutliche Zeichen eines Umbruchs. Ob daraus ein Zusammenbruch oder ein Aufbruch wird – so Professor Dippold - darüber entscheiden wir, die Christen dieser Diözese, mit unserem Tun. In unserer Hand liegt es also, den Übergang zu gestalten. Ursula Pfreundner
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