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Er ist „mit Anderen Gott auf der Spur“

Jubiläum - Hans Roppelt wurde vor 25 Jahren zum Priester geweiht. Im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau erzählt er vom Wandel der Kirche, von neuen Aufgaben in den Gemeinden und eigenen Erfahrungen.

Stadtsteinach - Seine Offenheit ist manchmal regelrecht entwaffnend, seine Selbsteinschätzung in jedem Fall überraschend und seine Fähigkeit, Mitstreiter  zu begeistern, unbedingt bemerkenswert. Am heutigen Samstag feiert der Wahl-Stadtsteinacher Hans Roppelt „Dienstjubiläum“. Am 28. Februar 1982 – also vor 25 Jahren – weihte  Erzbischof Elmar Maria Kredel den gebürtigen Forchheimer im Dom zu Bamberg  zum Priester der römisch-katholischen Kirche. Anlass genug,  mit Hans Roppelt ins Gespräch zu kommen.

Der Ministrant und Organist - Nein, dass er sich schon in der Kindheit zu dieser Aufgabe berufen gefühlt hätte, das weist auch der  Herr Dekan, den Hans Roppelt seit inzwischen 13 Jahren verkörpert,  von sich.  Obwohl: Gläubig sei er von  Kindesbeinen an gewesen. In einem gut-katholischen Elternhaus, als Ministrant bis hin zur Abiturzeit und als nebenamtlicher Organist, dem nach eigenem Bekunden „mehr   oder weniger Erfolg“ beschieden war.

Nicht mit Donner und Doria von Schiller, wohl aber mit Donner und Holzschuh in  St. Martin in Forchheim reichte   Hans Roppelt in jungen Jahren immer weiter  an die Kirche heran. Der eine hieß Georg Holzschuh und war Kaplan, der andere Pfarrer Otto Donner. „Das sind die zwei Männer, die mich geprägt haben“, erzählt Hans Roppelt.

Doch auch der letzte Schritt  auf dem Weg zum Kirchenmann, die Priesterweihe, schien ihm nicht immer der richtige. „Erst in den letzten beiden Jahren des Studiums hat sich das herauskristallisiert.“

Und dann umso deutlicher: „Ich wollte  Pfarrer auf dem Land werden“,  sagt Hans Roppelt über junge Träume nach der Weihe. Und er ist 25 Jahre älter  rundum zufrieden. Zufrieden mit den Kaplaneien in  Pegnitz und Kronach,  der Pfarradministratorenstelle in Gunzendorf und der Aufgabe als Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Auerbach. Und natürlich mehr als zufrieden mit den Pfarrstellen in Marktschorgast und in Stadtsteinach. „Die Arbeit macht mir viel Freude, es ist schön, etwas gestalten zu können.“

Dass Hans Roppelt   als  (gewählter) Dekan im Dekanat Kulmbach noch mehr Amt und Würde hat, ist ihm keine Last. Ganz im Gegenteil. Angesichts der Terminfülle wird ihm allerdings manchmal bange bei der Frage, wie ihn wohl ein Jugendlicher sieht: „Als einen, der ständig rumsaust und gehetzt wird?“ Das wäre dann das Gegenteil von dem, wie er seine geistigen Ziehväter empfunden und deshalb geschätzt hat. Nicht unbedingt ein erstrebenswertes Ziel, meint  Roppelt, der die Sehnsucht nach mehr Zeit für persönliche Kontakte  vor allem mit der Jugend („Die bringen Feedback und sind knallhart ehrlich“) nicht verschweigen mag. Wie hat doch der   Pegnitzer  Pfarrer Dr. Franz Vogel, sein großes Vorbild, immer  gesagt: „Pass auf, dass Du nichts wirst. Sonst könntest Du jeden Tag was werden.“ Gemerkt hat er sich den Rat wohl, befolgt hat der Herr Dekan ihn nicht.

Der Realist - Andererseits spürt er täglich, dass  auch die Kirche im Erzbistum Bamberg in den vergangenen 25 Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren hat. „Katastrophale Priesterzahlen“, Geldmangel,  neue Pfarrverbunde („Das bringt viele neue Chancen“) und  ein Einstellungsstopp bei den Pastoralreferenten („Ein großer Fehler der Bistumsleitung“) haben dazu geführt, dass jedem  einzelnen noch mehr abverlangt wird. Auch einem Dekan.

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels formuliert Hans Roppelt schließlich einen Gedanken, den man in dieser Offenheit nicht erwartet hätte: Die Zugangsberechtigung zum Priestertum müsste geändert werden, sagt er und „beichtet“: „Warum nur der unverheiratete Mann geeignet ist, Priester zu werden, das hab' ich niemals begriffen.“ Sehr wohl angekommen ist bei Hans Roppelt die Botschaft, die die Zeit nach den „fetten Jahren“ gebracht hat: „Eine Pfarrei, die nicht viele ehrenamtliche Mitarbeiter hat, kann nicht lebendig sein.“ In dieser Hinsicht muss dem 51-Jährigen nicht Angst  sein vor Siechtum: An die 150 Leute könnte er wohl problemlos beim Namen nennen, die in Stadtsteinach und Untersteinach Kirche leben und sind. Und das stimmt ihn froh.

Auffällig lange überlegen muss  Roppelt, wenn man ihn nach  besonderen  Herausforderungen oder Erlebnissen  in der Seelsorge  befragt. Zu sehr steht er mit beiden Beinen im Leben, als dass er  eigene Erfahrungen in verklärte Erinnerungen stecken könnte. Die Kirchensanierung habe ihm Freude bereitet, erzählt er, weil auch die Stadtsteinacher ihr „neues“ Gotteshaus sehr schätzen. Und ansonsten werde er manchmal „selbst überrascht, wenn sich Leute für Hilfe bedanken,  und ich hab' das gar nicht als große Leistung wahrgenommen“. Und weiter: „Erfolge werden nicht generalstabsmäßig geplant. Die passieren. Misserfolge auch.“

Ob er denn einen anderen Weg nehmen würde, wenn der Dekan  noch einmal die Wahl hätte? Er winkt ab: „Ich könnte mir keinen anderen Beruf vorstellen. Ich habe jeden Tag mit Menschen zu tun. Es macht mir nach wie vor große Freude, mit Anderen  Gott auf der Spur zu sein.“

Der Menschenfreund - Insofern  ist der heutige Samstag für Hans Roppelt in zweifacher Hinsicht ein ganz besonderer Tag: Zum einen das Gedenken an die Priesterweihe vor 25 Jahren, zum anderen das fröhliche Fest, das er nach einem Gottesdienst (Beginn 17 Uhr) ab 19 Uhr in der Steinachtalhalle mit allen  feiern will, die sich ihm verbunden fühlen.

„Jeder ist eingeladen“, sagt der Dekan und verspricht neben einem guten Essen auch beste Unterhaltung mit dem Kabarettisten Mäc Härder. Dass der Bamberger Wortakrobat vielleicht  die eine oder andere Spitze gegen die Institution Kirche in sein Programm einbauen könnte, stört den Herrn Pfarrer nicht. „Locker bleiben“, so heißt das Programm. Und so hält's  auch der Hans Roppelt.

Übrigens: Geschenke möchte der Dekan nicht. Stattdessen wäre ihm eine Spende für die Kindertagesstätte lieb. Wer ihm also etwas Gutes tun möchte, kann das bei der Sparkasse unter der Nummer 873687 tun.

Stationen - Geboren am 28. Mai 1955 in Forchheim

1975 bis 1982 Priesterseminar in Bamberg mit Studium in Bamberg und Tübingen
28. Februar 1982 Priesterweihe im Bamberger Dom
1982 bis 1986 Kaplan in Pegnitz
1982 bis 1984 Pfarradministrator in Gunzendorf (Oberpfalz)
1983 bis 1986 Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Auerbach
1986 bis 1987 Kaplan in Kronach
1988 bis 1996 Pfarrer in Marktschorgast und Gefrees
1990 bis 1994 Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Kulmbach
seit 1994 Dekan im Dekanat Kulmbach
seit 1996 Pfarrer in Stadtsteinach und Untersteinach

Matthias Beetz

Originalbericht Bayerische Rundschau zum Download (560 KB)

 

 

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Letzte Änderung: 18. März 2007
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