Kloster

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Wer geht heute schon freiwillig in ein Kloster?

Zumindest für viele junge Menschen scheint diese Lebensform nicht ansprechend zu sein. Und doch finden sich in Klöstern junge Frauen und Männer, die voller Begeisterung von ihrer Berufung erzählen und ihre Entscheidung, in ein Kloster eingetreten zu sein, nicht bereuen.

Am 3./4. Februar berichteten in den Gottesdiensten der katholischen Gemeinden in Stadtsteinach und Untersteinach drei Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen von ihrer Berufung und wie sie das Leben in einer Gemeinschaft und nach den Ordensregeln des Hl. Franziskus meistern. Anlass für den Besuch der Ordensfrauen war der Tag des geweihten Lebens, der alljährlich am 2. Februar in der Kirche begangen wird. Jede Schwester hat einen Beruf erlernt, den sie auch ausübt. Schwester Regina Pröls beispielsweise ist schon etwa 20 Jahre Franziskusschwester und gehört als Generalvikarin der Ordensleitung an. Sie selbst ist gelernte medizinisch-technische Assistentin und hat 14 Jahre lang in einem Labor eines Krankenhauses gearbeitet. Zudem arbeitet sie in der Diözesanstelle Berufe der Kirche in Bamberg mit. Schwester Christina Schirner ist Erzieherin. Heute führt sie die neu eingetretenen Ordensschwestern durch das Noviziat, eine Vorbereitungszeit, die mit der Profess endet. Sie unterrichtet an der hauseigenen Hauswirtschaftsschule Musik und Gitarre. Zudem ist sie seit kurzem auch Exerzitienbegleiterin. Schwester Claudia Hink ist gelernte Gärtnerin, bildete sich weiter zur Hauswirtschaftsmeisterin, leitete viele Jahre die Küche und den Garten und ist heute als Oberin die Chefin der Gemeinschaft im Mutterhaus in Vierzehnheiligen. Weitere Schwestern arbeiten beispielsweise als Apothekerin, studieren Sozialwissenschaften und machen eine Banklehre. Der Tätigkeitsbereich der Schwestern ist also weit gestreut.

Die Ausübung eines Berufs gibt den Ordensfrauen ein gesundes Selbstwertgefühl und ihre Existenz wird dadurch auch gesichert. Vom Beten alleine können sie nicht leben, aber das Gebet gibt ihnen große Kraft im Leben. Ordenschwestern müssen im Alltag auch ihre Frau stehen. Der Orden ist sozial-caritativ tätig, d. h. er unterhält viele soziale Einrichtungen wie z. B. Altenheime oder ein Krankenhaus in Erlangen. Insgesamt gibt es 17 Niederlassungen in Deutschland, im Landkreis Kulmbach findet man sie in Marktleugast. Weitere Klöster der Franziskusschwestern finden sich in Peru und – seit fünf Jahren – auch in Indien. Die Entscheidung für ein Klosterleben trafen die Schwestern ganz bewusst und frei. Es ist ihre Art, Jesus im Leben nachzufolgen. Und sie wollen auch anderen dabei helfen, ihren Weg zu Gott zu finden. So besteht immer auch die Möglichkeit, einige Tage in ihrem Kloster zu verbringen, um vom Alltag abschalten und neue Kräfte sammeln zu können. Denn – so sind die Erfahrungen der Schwestern – die Menschen haben in der schnelllebigen Zeit eine immer tiefer sitzende Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Dass diese Sehnsucht auch bei engagierten Christen da ist, zeigt das große Interesse und die sehr guten Rückmeldungen zahlreicher Menschen nach den Gottesdiensten.

Daniel Schuster

 

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Letzte Änderung: 29. Dezember 2005
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