Sternsinger sammeln für
Kinder in aller Welt
Stadtsteinach – Caspar,
Melchior und Balthasar ziehen am Wochenende wieder von Tür zu Tür und erbitten
Spenden für Kinder in aller Welt. Drei passionierte Sternsinger aus
Stadtsteinach erzählen von den Überraschungen auf ihrer Tour.

Der
18
Jahre alte Benjamin Than, der
16-jährige
Christian Geißler und die
15
Jahre alte Sabrina Fietz aus Stadtsteinach sind schon echte Sternsinger-Profis.
Sie sind seit vielen Jahren am Dreikönigswochenende immer unterwegs, schreiben
mit gesegneter Kreide die Segenswünsche an die Türen und bitten um Spenden. Und
sie tun es nicht nur, weil Ministranten dies tun sollten, sondern die drei sind
Sternsinger aus Passion. Sie tun es gerne, sie tun es aus Spaß und sie tun es
freiwillig. Am Samstag brachen die Sternsinger in Stadtsteinach um 9 Uhr auf und
sammelten dann – mit einer kurzen Mittagspause – bis
20
Uhr Spenden für Kinder in aller Welt ein. Am Sonntag wollten die Sternsinger
dann noch einmal von
11
Uhr bis
18
Uhr unterwegs sein und hofften natürlich, dass möglichst viele Menschen zu Hause
sind und ihnen die Türen öffnen. „95
Prozent der Menschen, die zu Hause sind, machen eigentlich schon auf. Aber es
gibt auch Leute, da weiß man genau, dass sie da sind und dass sie nicht
aufmachen”, weiß Benjamin Than aus seiner reichen Sternsinger-Erfahrung.
Andererseits gibt es auch Leute, die nicht angetroffen worden sind und die
hinterher die Sternsinger bitten, die Segenswünsche noch nachträglich mit Kreide
an die Tür zu schreiben, so Than.
Manchmal erleben die
Sternsinger allerdings auch komische Dinge auf ihrer Sammeltour, erzählen die
drei. Christian Geißler erinnert sich noch zu gut, dass ihm ein mal eine Frau in
Unterwäsche die Tür aufgemacht hatte und muss heute noch darüber schmunzeln.
„Ich war vor ein paar Jahren im Flürlein unterwegs und ich mache immer den
Schwarzen und habe dann ein blaues Gewand an. Als die Tür geöffnet wurde, hat
ein kleines Mädchen gerufen: ,Mama, die Maria ist da – das war schon sehr
komisch“, erinnert sich Benjamin Than noch.
„Ich finde es immer schön,
wenn uns die Leute einladen. Auf meiner Tour ist eine Frau, die macht immer
extra Wienerle für uns. Das find ich toll“, freut sich Sabrina Fietz schon
wieder auf die Sammel-Tour und die Wienerle. Wenn es draußen knackig kalt ist,
trinken die Ministranten gerne auch mal eine Tasse Tee. Nicht selten kommt es
vor, dass den Ministranten Schnaps angeboten wird. „Aber das finden wir nicht
lustig. Vor allem dann nicht, wenn der älteste
14
ist und die anderen noch jünger. Das lehnen wir immer ab“, erzählt Than und
fragte sich, was sich die „Spender“ bei solchen Angeboten eigentlich denken. Da
sind den Sternsinger Süßigkeiten schon lieber. „Naschereien gehören einfach
dazu. Aber wir haben auch schon seit drei Jahren abgelaufene Rumkugeln bekommen.
Das ist dann natürlich nicht so toll“, findet der Oberministrant und hofft, dass
die abgelaufenen Sachen in diesem Jahr weniger werden. Denn alte Naschereien,
verschimmeltes Obst sind keine Seltenheit. In manchen Jahren sind dies fast
zwanzig Prozent er persönlichen Geschenke für die Ministranten, plaudert Than
aus dem Nähkästchen. In diesem Jahr sind acht Gruppen in Stadtsteinach und
Umgebung unterwegs. Insgesamt haben sich
34
Sternsinger, davon auch drei evangelische Christen, bereit erklärt, für die
gute Sache zu sammeln, ist Oberministrant Benjamin Than stolz auf den Nachwuchs.
Die Sprüche und Gebete jedenfalls sind längst einstudiert.
Welches Kostüm die
Sternsinger tragen werden, haben die Stadtsteinach längst ausgeknobelt. Und
seitens der Eltern haben sich wieder Schminkerinnen und Kostüm-Helferinnen
ausfindig machen lassen. Im Fundus der Pfarrgemeinde Stadtsteinach gibt es
schillernde und bunte Kostüme, prächtige und weniger prächtige – mit Turban oder
mit Krone. „Ich bin immer gerne der Schwarze“, verrät Benjamin Than selbst – die
meisten anderen können dies allerdings nicht verstehen. Denn der Schwarze muss
sich zwischendurch immer nachschminken. „Aber man kann mal einem Kind einen
kleinen Tupfer ins Gesicht schmieren, das ist doch lustig“, verrät Than. In
diesem Jahr allerdings wird der Oberministrant im Hintergrund für einen
reibungslosen Ablauf der Sternsingeraktion in Stadtsteinach sorgen, wird darauf
achten, dass genug geweihte Kreide vorrätig ist, dass die Sammler immer mit
frischen Sammelbüchsen versorgt werden und dass das Geld ordnungsgemäß
ausgezählt wird.

Die Sternsingeraktion findet
bundesweit bereits zum
50.
Mal statt. In diesem Jahr werden voraussichtlich rund
500.000
Sternsinger von Tür zu Tür ziehen, Segen spenden und für Not leidende Kinder in
aller Welt sammeln. Ihr Motto: „Sternsinger für die Eine Welt.“
Sonny Adam
