Kaplan

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Der erste Kaplan seit 25 Jahren

Er spielt gerne Orgel, schätzt Nordic Walking als entspannendes Element und vertieft sich auch schon einmal in seiner Freizeit in einen historischen Roman: Daniel Schuster aus Bayreuth wird am morgigen Sonntag der Pfarrgemeinde im Rahmen eines Gottesdienstes um 10 Uhr als neuer Kaplan vorgestellt. Erstmals nach 25 Jahren verfügt die Pfarrei damit wieder über einen Kaplan. „Ich freue mich auf einen tüchtigen Mitarbeiter, der für mich eine große Entlastung darstellt,“ sagt Dekan Hans Roppelt.

Der gebürtige Bayreuther Daniel Schuster besuchte in der Richard-Wagner-Stadt zunächst die Graser-Schule und danach von 1989 bis 1998 das Graf Münster-Gymnasium. Die Wahl dieser schulischen Einrichtung war ihm quasi in die Wiege gelegt, unterrichtet doch dort sein Vater Otto Schuster Englisch und Französisch. Nach dem Abitur wechselte er ins Priesterseminar nach Bamberg, wo er mit dem Theologiestudium begann. Acht Semester studierte er in der Domstadt und zwei – im so genannten Freijahr – in Würzburg. Im Jahr 2003 erlangte er sein Diplom.

Als Schwerpunktfach hatte Daniel Schuster Fundamental-Theologie gewählt. „Das klingt zwar, wenn man es das erste Mal hört, sehr gefährlich  und erinnert an Fundamentalisten, ist aber wesentlich harmloser. Behandelt werden dabei die Fundamente des Glaubens, zum einen in der Bibel und zum anderen in der christlichen Tradition,“ erklärte der 26-jährige.

In einem knapp zweijährigen Pastoralkurs zwischen dem Studium und der Priesterweihe war er ab November 2003 zunächst als Assistent des Pfarrers in Neunkirchen am Brand in der Nähe von Forchheim eingesetzt. Am 18. September 2004 erfolgte im Bamberger Dom die Weihe zum Diakon durch Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick.

Ebenfalls in dem in den Jahren 1003 bis 1012 von Heinrich II. errichteten Bauwerk, das längst als eines der anschaulichsten Denkmäler mittelalterlicher Kunst-, Kirchen- und Reichsgeschichte gilt, nahm das Oberhaupt des Erzbistums Bamberg am 25. Juni diesen Jahres die Priesterweihe von Daniel Schuster vor.

Als Urlaubsvertretung in Bad Staffelstein sammelte der frisch geweihte Kaplan im August vier Wochen lang erste Erfahrungen im Umgang mit den Gläubigen.

Auf Stadtsteinach freut sich Daniel Schuster besonders, zumal er den Ort bereits kennt. Anlass war ein Besuch seines ehemaligen Kurskollegen Michael Wildenauer. Dieser war als Diakon seit Frühjahr 2004 für 18 Monate in Stadtsteinach und tritt jetzt eine Stelle als Kaplan in Kronach an. Damals wurde Schuster vom Missions-Strickkreis zu einem Kaffeekränzchen eingeladen und knüpfte erste Kontakte.

Auch seinen Hobbys kann der 26-Jährige in Stadtsteinach getrost nachgehen. So spielt er sehr gerne Orgel („Als Form der Spiritualität und nicht als Konkurrenz zum Organisten“), entspannt sich mit Nordic Walking, drischt gerne einmal nach dem Squash-Ball oder vertieft sich in einen historischen Roman.

Dekan Hans Roppelt freut sich, dass Stadtsteinach erstmals nach 25 Jahren wieder einen Kaplan hat. Der letzte war Rudolf Scharf, der in den Jahren 1979/80 dort wirkte. „Viele jüngere Christen wissen deswegen schon gar nicht mehr, was ein Kaplan ist und welche Aufgaben er hat,“ sagt der Geistliche.

Und weiter: „Die ganze Gemeinde kann stolz sein, dass das Erzbistum der Ausbildungspfarrei Stadtsteinach das Vertrauen entgegenbringt. Seit acht Jahren bilden wir hier Praktikanten aus. Und so wie es aussieht, sind die Verantwortlichen in Bamberg mit unserer Tätigkeit sehr zufrieden,“ unterstreicht Hans Roppelt.

Am morgigen Sonntag wird Daniel Schuster den Gläubigen im Rahmen eines Gottesdienstes um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Michael vorgestellt. Die Untersteinacher Christen lernen den neuen Kaplan bereits um 8.30 Uhr bei einem Gottesdienst kennen.

Foto: BR/ru

 

Ein Zeichen der Wertschätzung

Vorstellung von Daniel Schuster im Gottesdienst

 

„Bei uns scheinen die Uhren anders zu laufen. Überall in der Erzdiözese Bamberg spricht man vom Sparkonzept, das in die Praxis umgesetzt werden soll. Dass wir einen neuen Kaplan bekommen, ist ein Zeichen der Wertschätzung, die uns das Erzbistum entgegenbringt!“ Voller Freude stellte Dekan Hans Roppelt am Sonntag den Gläubigen in der Stadtpfarrkirche St. Michael den neuen Kaplan Daniel Schuster vor.

Diese Wertschätzung kommt aber nicht von ungefähr, fuhr der Geistliche fort. Denn der Bistumsleitung ist sehr wohl bekannt, dass seit acht Jahren in der Kirchengemeinde Praktikanten ausgebildet werden: „Diesen hat ihr Praktikum bei uns ohne Ausnahme sehr gut getan!“

Roppelt informierte darüber, dass im Zuge der Neustrukturierung der einzelnen Dekanate Seelsorgebereiche gebildet werden sollen, die zwischen 4000 und 8000 Katholiken umfassen. Die Verhandlungen laufen dahin, dass die Gemeinden Stadtsteinach, Untersteinach, Wartenfels, Presseck und Reichenbach zusammenarbeiten.

„Dieser Zwang zur Neustrukturierung hat neben der Notwendigkeit, dass Geld eingespart werden soll, auch den Grund, dass in den nächsten Jahren weitaus weniger Priester vorhanden sind,“ erläuterte der Dekan.

Umso erfreulicher ist es, dass nach der Priesterweihe am 25. Juni Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick verkündete, dass einer der neu geweihten Priester Kaplan in Stadtsteinach wird. „Daniel Schuster wird nun für zwei Jahre zur Ausbildung bei uns sein und in Stadtsteinach und Untersteinach in den verschiedenen Bereichen der Seelsorge mitarbeiten. Er wird viel Interessantes lernen“, fuhr der Dekan und Stadtpfarrer Hans Roppelt fort.

Es sollen aber keine falschen Schlüsse gezogen werden, meinte der Geistliche. Pastoralreferent Klaus Oberkofler wird weiterhin seinen Dienst verrichten und alle, die bisher ehrenamtlich gewirkt haben, sollen sich nicht zurückziehen: „Wir brauchen immer mehr engagierte Christen, die ihre Fähigkeiten für unsere Pfarrei einsetzen. Nur so bleiben wir eine lebendige Pfarrgemeinde!“

Kirchenpfleger Rudolf Graß sprach von einem besonderen Glückstag für die Kirchengemeinde. Es sei in Zeichen des Priestermangels außergewöhnlich, dass nach langen Jahren wieder ein Kaplan nach Stadtsteinach kommt. Schuster werde hier mit vielen Aufgaben betraut und ihm sollte besonders die Jugendarbeit am Herzen liegen, meinte Graß.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Regina Stumpf sagte, Daniel Schuster werde viele nette Leute kennen lernen, die ihm zur Seite stehen und bei der Bewältigung der Aufgaben helfen.

BR/ru

 

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Letzte Änderung: 18. Juli 2005
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